Start der Kjerag-Wanderung...


07.08.2001 Start 10:00 Uhr Ende: 22:00 Uhr

Heute geht es zum Kjerag!! Erstmal schön im Sonnenschein gefrühstückt, das Auto beladen und ab ging die Post vom Campingplatz "Ølberg " über "Ålgard" und "Oltedal" in Richtung "Lysebotn". Da heute das Wetter supergut war, hatte ich gehofft diesmal mehr Sonnenfotos machen zu können als in der "Hardangervidda". Da war das Wetter ja nicht ganz so schön. Um 15 Uhr sind wir am großen Parkplatz angekommen, wo der Aufstieg zum "Kjerag" beginnt. All denen unter uns, die hoch im Norden Wandern gehen um dort niemandem zu begegnen und diese kleine Tour eher spöttisch sehen, sei gesagt; wenn man erst mal am "Kjerag" und all seinen Touristen vorbei ist, werden die Wege schmaler bis sie gar nicht mehr zu sehen sind und Markierungen gibt es stellenweise über Kilometer auch nicht mehr. Es sind dort keine so schön ausgetretenen Wege wie in der "Hardangervidda" oder "Jotunheimen" zu finden.
Der Aufstieg ist für jemanden der nur mal so ohne Gepäck bis zum "Kjerag" stapft recht einfach, solange es nicht regnet und die Steine nass und rutschig sind. Wenn man allerdings einen schweren Rucksack auf den Schultern trägt, dann ist es auch so ganz schön anstrengend. In der "Hardangervidda" war der Aufstieg nicht so steil. Für kleine Kinder ist das ganze wirklich nichts, wenn man allerdings einigermassen vernünftig ist und kein Risiko eingeht, dann kann man auch bei schlechtem Wetter hochsteigen und muss sich nicht von den Warntafeln abschrecken lassen. Bloß wenn dicke Suppe ist, dann lohnt sich das zum "Kjerag" laufen eh nicht.
Wie auch immer, jedenfalls sind wir nach 2 ½ Stunden oben angekommen und da wir recht spät losgegangen sind, waren wir auch recht allein. Die Sonne war noch zu sehen und wir hatten trotz leichten Dunstes eine herrliche Aussicht. So, wo aber zum Henker war der auf allen Postkarten zu sehende Stein der zwischen den Felswänden hängt und so spektakulär aussieht und unten an der Information noch so hoch gepriesen wurde? Nach einigem Umherirren haben wir ihn auch tatsächlich gefunden. Wenn man die Aussicht am Felsvorsprung genug genossen hat und sich todesmutig auf den Felsbrocken stellen möchte, dann geht man einfach an der Felskante in südwestlicher Richtung weiter. Vorsicht, sie hört dann nach ca. 400 m Abrupt auf und es geht über 900 m Abwärts. Da es ja nun nur noch nach links oder wieder zurückgeht, muss man sich links halten. Nach ca. 100 - 200 Metern geht ein kleiner Trampelpfad rechts die Felsspalten runter, das ist der richtige Weg, und wenn nicht gerade eine Perlenkette von "Touris" unterwegs ist, nicht ganz leicht zu finden.
Ich für meinen Teil war doch recht enttäuscht von dem was hier zu sehen war. So spektakulär war es auch wieder nicht. Allerdings bot sich hier ein netter Zeltplatz, den wir auch in Anspruch genommen haben. Abendessen gab es oben am "Kjerag" mit einer Live-Vorführung einiger Freifaller, die sich die Felswände runtergestürzt haben. An selbigem Felsen haben sich zwei andere Leute von unten her nach oben vorgearbeitet. Wie man uns erzählte, waren die schon den zweiten Tag am Fels und würden wohl auch noch einen dritten brauchen, bis sie die 900 m mit etlichen Überhangpassagen schaffen würden. Nach dem Essen haben wir unser Zelt aufgebaut, uns noch einen schönen Sonnenuntergang angeschaut und auf den nächsten Tag gefreut.


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