Heute geht es zum Kjerag!! Erstmal schön im Sonnenschein gefrühstückt, das Auto beladen und
ab ging die Post vom Campingplatz "Ølberg " über "Ålgard" und "Oltedal" in Richtung
"Lysebotn".
Da heute das Wetter supergut war, hatte ich gehofft diesmal mehr Sonnenfotos machen zu
können als in der "Hardangervidda". Da war das Wetter ja nicht ganz so schön.
Um 15 Uhr sind wir am großen Parkplatz angekommen, wo der Aufstieg zum "Kjerag" beginnt. All
denen unter uns, die hoch im Norden Wandern gehen um dort niemandem zu begegnen und diese
kleine Tour eher spöttisch sehen, sei gesagt; wenn man erst mal am "Kjerag" und all seinen
Touristen vorbei ist, werden die Wege schmaler bis sie gar nicht mehr zu sehen sind und
Markierungen gibt es stellenweise über Kilometer auch nicht mehr. Es sind dort keine so
schön ausgetretenen Wege wie in der "Hardangervidda" oder "Jotunheimen" zu finden.
Der Aufstieg ist für jemanden der nur mal so ohne Gepäck bis zum "Kjerag" stapft recht
einfach, solange es nicht regnet und die Steine nass und rutschig sind. Wenn man allerdings
einen schweren Rucksack auf den Schultern trägt, dann ist es auch so ganz schön anstrengend.
In der "Hardangervidda" war der Aufstieg nicht so steil. Für kleine Kinder ist das ganze
wirklich nichts, wenn man allerdings einigermassen vernünftig ist und kein Risiko eingeht,
dann kann man auch bei schlechtem Wetter hochsteigen und muss sich nicht von den Warntafeln
abschrecken lassen. Bloß wenn dicke Suppe ist, dann lohnt sich das zum "Kjerag" laufen eh
nicht.
Wie auch immer, jedenfalls sind wir nach 2 ½ Stunden oben angekommen und da wir recht spät
losgegangen sind, waren wir auch recht allein. Die Sonne war noch zu sehen und wir hatten
trotz leichten Dunstes eine herrliche Aussicht. So, wo aber zum Henker war der auf allen
Postkarten zu sehende Stein der zwischen den Felswänden hängt und so spektakulär aussieht
und unten an der Information noch so hoch gepriesen wurde? Nach einigem Umherirren haben wir
ihn auch tatsächlich gefunden.
Wenn man die Aussicht am Felsvorsprung genug genossen hat und sich todesmutig auf den
Felsbrocken stellen möchte, dann geht man einfach an der Felskante in südwestlicher Richtung
weiter. Vorsicht, sie hört dann nach ca. 400 m Abrupt auf und es geht über 900 m Abwärts. Da
es ja nun nur noch nach links oder wieder zurückgeht, muss man sich links halten. Nach ca.
100 - 200 Metern geht ein kleiner Trampelpfad rechts die Felsspalten runter, das ist der
richtige Weg, und wenn nicht gerade eine Perlenkette von "Touris" unterwegs ist, nicht ganz
leicht zu finden.
Ich für meinen Teil war doch recht enttäuscht von dem was hier zu sehen war. So spektakulär
war es auch wieder nicht. Allerdings bot sich hier ein netter Zeltplatz, den wir auch in
Anspruch genommen haben. Abendessen gab es oben am "Kjerag" mit einer Live-Vorführung
einiger Freifaller, die sich die Felswände runtergestürzt haben. An selbigem Felsen haben
sich zwei andere Leute von unten her nach oben vorgearbeitet. Wie man uns erzählte, waren
die schon den zweiten Tag am Fels und würden wohl auch noch einen dritten brauchen, bis sie
die 900 m mit etlichen Überhangpassagen schaffen würden.
Nach dem Essen haben wir unser Zelt aufgebaut, uns noch einen schönen Sonnenuntergang
angeschaut und auf den nächsten Tag gefreut.